Dieser Fall ist weit entfernt von komplexen Hacking-Szenarien und zeigt vielmehr eine viel heimtückischere Bedrohung auf. Staatlichen Akteuren gelang es, militärische Ziele aufzuspüren Nicht indem sie ihre Geräte hacken, sondern indem sie die strukturellen Schwächen und Geschäftsdaten des globalen mobilen Ökosystems ausnutzen.
Die Überwachungsoperation wurde von Gruppen durchgeführt, die mit dem Iran verbunden sindbegann bereits vor Ausbruch der Feindseligkeiten und dauerte in den ersten Tagen des Konflikts an. Der Einsatzort: Hotels und Stützpunkte wo amerikanisches Personal im Irak, in Bahrain und anderen Golfstaaten untergebracht war.
Sie nutzten zwei Methoden: die Ausnutzung des SS7-Fehlers Telefonnetze und der Betrieb von Werbedatenbanken. Diese Jagd hätte es ermöglicht, amerikanische Anlagen mit Raketen und Drohnen anzugreifen.
Wie könnte eine alte Netzwerkschwachstelle zu einer Waffe werden?
Die Hauptangriffsmethode bestand darin, eine seit Jahrzehnten bekannte Schwachstelle im SS7-Protokoll auszunutzen (Signalsystem Nr. 7). Dieses System ist das Rückgrat der globalen Kommunikation und verwaltet die Verbindung von Anrufen und SMS zwischen Betreibern.
Seine Schwäche ermöglicht es, über spezifische Anfragen die ungefähre Position eines Telefons zu triangulieren, insbesondere wenn es sich im Roaming befindet.
Cybersicherheitsexperten haben eine Welle verdächtiger SS7-Anfragen identifiziertwas eine koordinierte und zielgerichtete Kampagne vorschlägt. Die Angreifer nutzten angeblich Roaming-Vereinbarungen zwischen dem iranischen Betreiber und anderen Betreibern in der Region aus, um amerikanische SIM-Karten zu überwachen, die mit Mobilfunknetzen verbunden waren lokal.
Ist Smartphone-Werbung eine Bedrohung für die nationale Sicherheit?
Die zweite verwendete Technik lenkt Werbe-Targeting-Techniken um. Iranische Akteure sollen kommerzielle Datenbanken ausgenutzt haben, die Smartphone-Werbekennungen enthalten.
Diese Identifikatoren, die für die Bereitstellung gezielter Werbung konzipiert sind, werden häufig mit präzisen Geolokalisierungsdaten verknüpftdie von Datenbrokern legal verkauft werden und eine wahre Goldgrube für Geheimdienste darstellen.

Durch den Vergleich dieser Informationen konnten die Angreifer die Bewegungen des amerikanischen Personals verfolgen ohne jemals ihre Telefone direkt gefährden zu müssen.
Dies ist eine Form von cyberattack passiv, das das Werbeökosystem gegen seine Nutzer aufbringt, mit der Fähigkeit, harmlose Daten in taktische Waffen umzuwandeln.
Wie reagierten die USA auf diesen Cyberkrieg?
Amerikanisches Zentralkommando (CENTCOM) bestätigte den Erhalt von Berichten über Versuche, kommerzielle Standortdaten auszunutzen, berichtet die Financial Times.
Beamte haben jedoch die direkten Auswirkungen dieser Überwachung auf die Angriffe heruntergespielt und gesagt: „ verstärkte Schutzmaßnahmen » waren vorhanden.
Hinter den politischen Kulissen in Washington ist der Ton allerdings weitaus alarmierender. Mehrere gewählte Beamte sind offen darüber besorgt, dass kommerzielle Daten zur Verfolgung amerikanischer Streitkräfte in Konfliktgebieten verwendet werden.
Es wird sogar ein Gesetzesentwurf geprüft, der den Verkauf von Geolokalisierungsprofilen von Regierungsangestellten verbieten soll. Dieses verspätete Bewusstsein zeigt, in welchem Ausmaß die Akteure mit dem Iran in Verbindung stehen waren in der Lage, die Grauzonen der westlichen Gesetzgebung für ihre militärischen Ziele auszunutzen.