Der juristische Ring ist gerade wieder ins Wanken geraten. Diesen 20. Juli 2026, Sony Music Entertainment startete eine zweite verheerende Offensive gegen das KI-Unternehmen Uncharted Labs, den Erfinder von Udio. Neue Klage beim New Yorker Gericht eingereicht wegen massiver Urheberrechtsverletzung im Zusammenhang mit 30.117 Tonaufnahmen. Die Zahl ist schwindelerregend, darunter Werke berühmter Künstler wie Beyoncé, Elvis Presley und Harry Styles. Diese Eskalation folgt auf eine Gerichtsentscheidung vom Juni, die es Sony verweigerte, diese endlose Liste zu seiner ursprünglichen Klage für 2024 hinzuzufügen, um das Verfahren nicht lahmzulegen. Der Major entschied sich daher für die aggressivste Option: einen neuen Prozess.
Warum musste Sony Music eine zweite Rechtsoffensive starten?
Die Antwort ist eine Mischung aus Gerichtsverfahren und explosiver Entdeckung. Während der Untersuchungsphase des ersten Versuchs hatte Sony Zugriff auf die Trainingsdaten des Startups Udio. Mithilfe einer Audio-Fingerprinting-Technik hätten ihre Experten Hunderttausende ihrer von der KI ohne Genehmigung „aufgenommenen“ Songs identifiziert.
Angesichts dieser Menge versuchte Sony, seine ursprüngliche Beschwerde zu „aktualisieren“. Der Richter sagte nein. Nicht in diesem Prozess. Er sagte, dass das Hinzufügen Zehntausender Titel zu diesem Zeitpunkt den Zeitplan zum Scheitern bringen würde, sagte aber, Sony habe jedes Recht, in einer separaten Klage Gerechtigkeit für diese Werke zu verlangen. Eine offene Tür, die das Label ohne Zögern schnell durchbrach.
Kann „Fair Use“ KI-Generatoren noch retten?
Das ist der springende Punkt. Das Argument der „fairen Nutzung“, das eine begrenzte Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke für transformative Zwecke erlaubt, ist der Schutzschild aller KI-Unternehmen. Aber der Riese Sony Music eine neue Karte veröffentlicht, furchtbar clever. In der Beschwerde wird darauf hingewiesen, dass Udio kürzlich Lizenzvereinbarungen mit seinen Hauptkonkurrenten Universal und Warner unterzeichnet habe. Für Sony ist dies ein Eingeständnis, dass es tatsächlich einen Markt für KI-Training gibt und dass Udio ihn nur allzu gut kennt.
Indem er einen Teil davon bezahlte, sabotierte Udio selbst seine eigene Verteidigung. Wie können Sie argumentieren, dass es keinen Lizenzmarkt gibt, wenn Sie ein wichtiger Akteur werden? Der Angriff geht noch weiter und wirft Udio vor, die Schutzmaßnahmen von YouTube durch „Stream-Ripping“ umgangen zu haben, um die Songs aufzusaugen. Sollte dieses Manöver bewiesen werden, würde es den eigentlichen Gedanken des Urheberrechts untergraben im digitalen Zeitalter und könnte einen direkten Verstoß gegen den DMCA (Digital Millennium Copyright Act) darstellen, ein Gesetz, für das „Fair Use“ keine Verteidigung darstellt.

Was steht bei diesem Einzelkampf wirklich auf dem Spiel?
Mit dieser Aktion spielt Sony als Einzelreiter gegen ein Start-up, das vom Rest der Branche bereits betitelt wird. Doch die Zahlen sind schwindelerregend und erklären diese Entschlossenheit. Der Major fordert Schadensersatz in Höhe von bis zu 150.000 US-Dollar pro verletztem Werk. Rechnen Sie nach: Die potenziellen Verbindlichkeiten für Udio könnten auf 4,5 Milliarden US-Dollar steigen. Eine Summe, die jedes noch so gut finanzierte junge Start-up auslöschen kann.
Die Botschaft an das gesamte KI-Ökosystem ist eindeutig: Die Spielzeit ist vorbei. Durch die Weigerung, zu verhandeln, was andere getan haben, führt Sony einen Stresstest durch zum Wirtschaftsmodell der KI-Musik. Ein Sieg von Sony würde einen wichtigen rechtlichen Präzedenzfall schaffen, der dem parallelen Kampf gegen Suno, einem anderen KI-Generator, zugute kommen könnte. Möglicherweise erleben wir eine kalkulierte Strategie, um zukünftige KI-„Cowboys“ zu Geld zu zwingen, bevor sie überhaupt ihre erste Codezeile geschrieben haben.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welchen möglichen Schadensersatz fordert Sony Music?
Sony fordert den gesetzlichen Höchstbetrag von 150.000 US-Dollar pro rechtsverletzender Aufnahme, wodurch sich die Gesamtsumme auf mehr als 4,5 Milliarden US-Dollar belaufen könnte, zusätzliche Strafen für die Umgehung technischer Maßnahmen nicht eingerechnet.
Was ist Udios Hauptverteidigung?
Udio behauptet, dass die Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Material zum Trainieren seiner Modelle für künstliche Intelligenz unter „Fair Use“ fällt, einem US-Rechtsgrundsatz, der eine begrenzte Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke für transformative Zwecke wie Kritik oder Forschung erlaubt.
Verklagen andere Musikkonzerne immer noch Udio?
Nein. Universal Music Group und Warner Music Group, die ursprünglich neben Sony Mitkläger waren, zogen ihre Klagen zurück, nachdem sie Lizenzverträge mit Udio abgeschlossen hatten. Sony ist nun das einzige große Label, das den Rechtsstreit fortsetzt.