Dies ist eine Gerichtsentscheidung, die Suchmaschinen, die auf generativer KI basieren, durchaus aufrütteln könnte. Ein Münchner Gericht erließ Ende Mai einen vorläufigen Beschluss, in dem es entschied, dass Google direkt für falsche Darstellungen in seinen KI-Zusammenfassungen oder -Vorschauen verantwortlich sei. KI-Übersichten die derzeit in Frankreich nicht verfügbar sind.
Der Fall wurde von zwei Münchner Verlegern ausgelöst, die herausfanden, dass Googles KI sie fälschlicherweise mit Betrug und fragwürdigen Geschäftspraktiken in Verbindung brachte – Behauptungen, die in keiner der zitierten Quellen auftauchten.
Eine Entscheidung, die die Verantwortung verändert
Suchmaschinen profitieren von einer beschränkten Haftung. Die Rechtsprechung betrachtet sie als Vermittler, die lediglich Inhalte Dritter zugänglich machen. Allerdings hat das deutsche Gericht eine grundsätzliche Unterscheidung getroffen: AI-Übersichten listen nicht einfach nur Links auf.
In seiner Entscheidung bezeichnet das Gericht Google als direkten Störer, da es sich bei der KI-Zusammenfassung um eigene Inhalte handele. Googles Argument, dass Nutzer wüssten, dass die KI falsch liegen könne und dass sie Quellen überprüfen könnten, wurde beiseite gewischt.
Das Gericht stellt fest, dass der Nutzen der Funktion erheblich beeinträchtigt würde, wenn sie allgemein als unzuverlässig angesehen würde.
Googles Verteidigung
Google versucht sich zu verteidigen, indem es argumentiert, dass seine KI-Zusammenfassungen darauf ausgelegt seien, Informationen widerzuspiegeln, die im Web vorhanden sind und in die sich Benutzer vertiefen und diese selbst überprüfen können.
Das Gericht wies dieses Argument jedoch zurück und hielt es für besonders schwach, da die FA-Zusammenfassung Aussagen enthält, die in den Suchergebnissen überhaupt nicht auftauchen.
Gegenüber The Decoder und Ars Technica, die den Fall weiterleiteten, betonte ein Google-Sprecher, dass die Gerichtsentscheidung sorgfältig geprüft werde und noch nicht rechtskräftig sei.
Ein Schneeballeffekt in der Perspektive?
Wenn andere Gerichtsbarkeiten einer ähnlichen Argumentation folgen, was daher noch bestätigt werden muss, könnte nicht nur Google Probleme haben. Dies gilt auch für OpenAI mit der Websuche von ChatGPT oder Perplexity.
Eine Studie der New York Times und des Startups Oumi ergab, dass von Googles KI generierte Zusammenfassungen in etwa 10 % der Fälle sachliche Fehler aufweisen.