Es ist ein kleiner Satz, aber er hat viel Gewicht. Während einer Rede beim Filmfestival Il Cinema in Piazza in Rom äußerte Videospiellegende Hideo Kojima seine tiefe Trauer und Besorgnis. Eine heftige Reaktion auf Sonys Entscheidung, die Produktion von PlayStation-Discs bis 2028 einzustellen. Seine Worte offenbaren eine tiefe Sorge um die Zukunft des Kulturguts im Zeitalter der Entmaterialisierung.

Warum bereitet das Ende der Rekorde einer Legende wie Kojima so große Sorgen?

Für Hideo Kojimaes ist vor allem eine persönliche Angelegenheit. „Ich bin mit physischen Medien aufgewachsen, daher finde ich das wirklich traurig“, sagte er. Diese Nostalgie ist keine einfache Modeerscheinung für Sammler. Das Ergebnis ist eine sehr konkrete Aktion: Der Schöpfer gab bekannt, dass er in großen Mengen Blu-rays und CDs gekauft hat, als wollte er vor der Sintflut eine kulturelle Arche Noah bauen.

Sein Ansatz ist eine echte politische Position über die Zerbrechlichkeit unseres Erbes. Durch die Speicherung von Filmen und Musik wird eine Zukunft vorweggenommen, in der der Zugang zur Kultur nicht mehr gewährleistet sein wird. Er weiß, dass das Ende der physischen Medien ist ist nicht nur ein Technologiewechsel, sondern eine Machtverschiebung hin zu denen, die die Server kontrollieren.

Warum ist Streaming gefährlicher als das Herunterladen?

Kojima macht einen entscheidenden Unterschied. Ein heruntergeladenes Spiel verbleibt zunächst auf Ihrer Festplatte. Die Daten liegen bei Ihnen. Aber Streaming ist ein völliger Game-Changer. Er nutzt eine brillante Metapher, um die Gefahr zu veranschaulichen: die des Datenhahns. „Bei Diensten wie Netflix gibt es irgendwo einen Server und man darf im Grunde nur den Wasserhahn aufdrehen“, erklärt er. Sie besitzen nichts, Sie zahlen nur für ein Nutzungsrecht, einen prekären Zugang.

Das Problem ist, dass dieser Wasserhahn schließen kann. „Unter Berücksichtigung von Nationen, Politik und Meinungsverschiedenheiten muss man die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass es im Falle einer Änderung zu einer Unterbrechung der Datenverteilung kommen kann.“ Das nennt er „beängstigend“. Diese völlige Abhängigkeit von Plattformen ist der Kern seiner Warnung für die Zukunft von Videospielen und Kultur im Allgemeinen.

Geht es bei dieser Prophezeiung nur um die Spielebranche?

Hier entfaltet seine Rede ihre volle Tragweite. Kojima nutzt die Frist 2028 als Weckruf für die gesamten Medien. „Was im Jahr 2028 mit Videospielen passiert, könnte auch mit Filmen passieren. Ich möchte, dass jeder das im Hinterkopf behält.“ Seine Intervention richtete sich nicht nur an Gamer, sondern an alle Kulturkonsumenten im digitalen Zeitalter.

Diese als prophetisch beschriebene Vision ist nicht neu. Auch einer seiner Tweets aus dem Jahr 2021 ist wieder aufgetaucht, in dem er bereits davor warnte, dass die Daten nicht mehr im Besitz von Einzelpersonen wären. Jüngste Beispiele, wie Sony, das gekaufte Filme aus den Bibliotheken seiner Benutzer entfernt, oder Rockstar, der GTA 6 in einer leeren Schachtel verkauftbestätigt nur seine Befürchtungen. Die Bedrohung ist nicht mehr theoretisch; sie ist schon da.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was genau war die Ankündigung von Sony, die diese Reaktion ausgelöst hat?

Sony hat Pläne angekündigt, die Produktion physischer Discs für PlayStation-Spiele bis 2028 einzustellen, was wahrscheinlich mit der Generation der zukünftigen PS6 zusammenfallen würde. Diese Entscheidung ist Teil eines Branchentrends zur Dematerialisierung von allem.

Hat Hideo Kojima diese Befürchtungen bereits in der Vergangenheit geäußert?

Ja. Eine Nachricht, die er 2021 auf X (ehemals Twitter) gepostet hatte, ging kürzlich erneut viral. Er warnte vor einer Zukunft, in der Einzelpersonen ihre kulturellen Daten nicht mehr besitzen, aus Angst, dass der Zugang zu den Werken, die wir lieben, plötzlich abgeschnitten werden könnte.

Gibt es weitere aktuelle Beispiele für diesen Trend?

Ja, mehrere aktuelle Fälle veranschaulichen diese Tendenz. Rockstar Games kündigte beispielsweise an, dass die physische Version von GTA 6 ein „Code in a Box“ sein werde, also eine Box ohne Disc. Darüber hinaus hat Sony aufgrund des Lizenzablaufs bereits mehr als 550 gekaufte Filme aus den Bibliotheken seiner Nutzer gelöscht.