Nach einer Reihe von Warnmeldungen seitens Apple seit dem 29. Oktober hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Parlamentarier und andere betroffene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aufgefordert, über ihre iPhones nachzudenken als potenziell gefährdet. Ein Cybersicherheitsvorfall, der von Deutschland sehr ernst genommen wird.

Was ist die Natur dieses Cyberangriffs?

Der Angriff basiert auf Söldner-Spyware. Hierbei handelt es sich um hochentwickelte Schadsoftware, die von Privatunternehmen entwickelt und für gezielte Überwachungsmaßnahmen an staatliche Akteure verkauft wird.

Das BSI weist auf einen Einsatz hin, der in der Regel über Zero-Click-Angriffe erfolgt (Zero-Click), die keine Aktion des Opfers erfordern, z. B. das Klicken auf einen Link oder das Öffnen einer Datei.

Die bloße Kenntnis der Telefonnummer des Opfers kann ausreichen, um das Gerät zu infizieren. Sobald das Gerät kompromittiert ist, kann es in ein echtes Abhörgerät umgewandelt werden, sodass Angreifer ohne Wissen des Benutzers auf Nachrichten, Kontakte und Geolokalisierung zugreifen und sogar das Mikrofon und die Kamera aktivieren können.

Deutschland ist nicht der Einzige, der davon betroffen ist

Laut einer von Sicherheitsforschern geteilten Mitteilung wurden die jüngsten Warnungen von Apple an Benutzer in 99 verschiedenen Ländern gesendet. Der Cupertino-Konzern verschickt diese Bedrohungsbenachrichtigungen seit 2021 regelmäßig an Personen, die seiner Ansicht nach von Spyware betroffen sind, ohne jedoch die Namen der Angreifer zu nennen.

Das BSI empfiehlt jedem, der die Warnung erhalten hat, umgehend ein Update des Betriebssystems durchzuführen und den Isolationsmodus von Apple zu aktivieren, der bestimmte Funktionen einschränkt, um weitere Angriffe zu erschweren.

In Fällen mit hohem Risiko sind die Maßnahmen sogar noch strenger: Telefon wechseln, alle Konten zurücksetzen und sogar Nummern ändern. Es ist zu beachten, dass das CERT-FR die Warnung auch für Frankreich weitergeleitet hat.