Es handelt sich um eine juristische Meisterleistung, die einen Meilenstein in der europäischen Technologielandschaft darstellen könnte. Am 13. Mai traf sich Boris Siegenthaler, der Gründer des Schweizer Cloud-Hosters Infomaniakformalisierte die Übertragung der Mehrheit der Stimmrechte seines Unternehmens an eine gemeinnützige Stiftung. Dieser Entscheid macht das Unternehmen, das einen Umsatz von 56 Millionen Franken erwirtschaftet, faktisch völlig unzugänglich. von Investmentfonds oder amerikanischen Giganten.

Warum war eine solche Entscheidung notwendig?

Der ursprüngliche Plan von Boris Siegenthaler war eine schrittweise Übertragung des Unternehmens an seine Mitarbeiter, von denen 36 bereits mit 25 % Anteilseigner waren. Dieses Modell hatte jedoch erhebliche Mängel, insbesondere das finanzielle Risiko verbunden mit dem Rückkauf von Aktien bei mehrfachem Ausscheiden von Mitarbeitern.

Vor allem die Erbschaftsfrage ist nichtig Im Falle eines Verschwindens des Gründers wären seine Erben dem Druck ausländischer Investoren ausgesetzt. Angesichts der Konsolidierung des Cloud-Sektors und der Bedrohung der digitalen Souveränitätwurde es dringend notwendig, einen endgültigen Anker zu finden, um die Mission des Unternehmens aufrechtzuerhalten.

Wie funktioniert dieser Rechtsschutz in der Praxis?

Der Mechanismus basiert auf der Schaffung spezieller Aktienkategoriennicht übertragbar, die der Infomaniak-Stiftung eine dauerhafte Sperrbefugnis verleihen. Auch wenn neue Investoren in das Kapital einsteigen, um das Wachstum des Unternehmens zu finanzieren, behält die Stiftung weiterhin die Mehrheit der Stimmrechte.

Alles wird durch eine vor einem Notar unterzeichnete „Beteiligungscharta“ umrahmt. Dieses Dokument legt neun Grundprinzipien fest, darunter den absoluten Schutz der Privatsphäre und ein striktes Verbot der Nutzung von Kundendaten zum Trainieren von KI-Modellen ohne ausdrückliche Zustimmung.

Infomaniak

Welche Garantien gibt es für die Zukunft und die Kunden?

Dieses Modell wurde von Industriegiganten wie Bosch oder Rolex inspiriertist eine Premiere in der europäischen Cloud. Die Stiftung fungiert als stiller Hüter Unternehmenswerte. Sie greift nicht in die operative Führung ein, die weiterhin in den Händen der aktuellen Führungsmannschaft liegt, sorgt aber dafür, dass die Grundprinzipien niemals geschwächt werden.

Für Kunden bedeutet dies die Sicherheit, dass ihre Daten der Schweizer Gerichtsbarkeit unterliegenaußerhalb der Reichweite extraterritorialer Gesetze wie des Cloud Act. Es ist auch die Garantie dafür, dass ökologische Verpflichtungen eingehalten werden und das Wirtschaftsmodell niemals auf dem Altar der kurzfristigen Rentabilität geopfert wird. durch externe Aktionäre auferlegt.