Das Signal ist gelinde gesagt besorgniserregend: Metadie Muttergesellschaft von Facebook und Instagram, hat beschlossen, ihr Faktenprüfungsprogramm einzustellen (Faktenüberprüfung) auf amerikanischem Boden. Der Termin steht bereits fest: März 2025.

Diese strategische Entscheidung verschiebt die Beweis- und Moderationslast auf den Schultern der Nutzer, in einer Zeit, in der Desinformation, insbesondere zu Klimathemen, noch nie so virulent und organisiert war.

Warum gibt Meta die Faktenprüfung auf?

Mark Zuckerbergs Firma offiziell bekannt gegeben, dass es seine Vereinbarungen mit Faktenprüforganisationen nicht verlängern werde mit Sitz in den Vereinigten Staaten. Konkret wird Meta sein Faktencheckprogramm beenden und wird sich einem Community-Moderationsmodell zuwenden, inspiriert von den „Community Notes“ des sozialen Netzwerks X.

Die Verantwortung, falsche Informationen zu melden und zu korrigieren werden daher direkt an die Benutzer zurückgegeben. Wenn diese Politik vorerst auf die Vereinigten Staaten beschränkt bleibt, stellt sie einen radikalen Richtungswechsel dar, der globale Auswirkungen haben könntewährend andere Regionen wie die Europäische Union im Gegenteil ihre Gesetzgebung gegen Fake News verschärfen.

Was ist das Hauptrisiko für Klimainformationen?

Die Hauptgefahr liegt in der Geschwindigkeit, mit der sich Klima-Desinformationen verbreitenwas das Vertrauen der Öffentlichkeit in die etablierte Wissenschaft untergräbt. Sobald falsche Informationen viral gehenes ist äußerst schwer zu korrigieren, ein Phänomen, das durch „KI-Slop“ verstärkt wird, diese irreführenden Bilder, die von künstlicher Intelligenz erzeugt werden und bei Naturkatastrophen Netzwerke überschwemmen.

Ohne den Filter professioneller Wirtschaftsprüferdie es ermöglichte, die Sichtbarkeit irreführender Inhalte zu reduzieren und Warnungen anzubringen, ist das Feld frei für die ungehinderte Verbreitung der fantasievollsten Theorien.

Ist die Ernennung eines Klimaskeptikers ein besorgniserregendes Signal?

Als ob die Situation nicht schon besorgniserregend genug wäre, nominierte Meta Robby Starbuckein konservativer Aktivist, der für seine klimaskeptischen Positionen bekannt istin einer beratenden Position zu den Vorurteilen der künstlichen Intelligenz. Diese Ernennung, angeblich das Ergebnis einer rechtlichen Einigung, versetzt einen Klimaleugner in die Lage, Einfluss auf die Algorithmen einer der weltweit größten Plattformen zu nehmen.

Das Risiko liegt auf der Hand: dass die KI von Meta darauf trainiert wird, wissenschaftliche Fakten über das Klima als eine zu korrigierende politische „Voreingenommenheit“ zu betrachten, wodurch die Verbreitung irreführender Inhalte weiter gefördert und das eigene Engagement des Unternehmens für Nachhaltigkeit untergraben wird.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Betrifft dieser Politikwechsel auch Europa?

Nein, die von Meta angekündigte Beendigung des Faktencheckprogramms betrifft vorerst nur die Vereinigten Staaten. In der Europäischen Union erlegen strengere Vorschriften wie der Digital Services Act (DSA) den Plattformen Pflichten zur Inhaltsmoderation auf.

Ist Benutzermoderation wirklich effektiv?

Experten sind skeptisch. Während Crowdsourcing bei einfachen sachlichen Fehlern funktionieren kann, ist es unwahrscheinlich, dass es mit organisierten und finanzierten Desinformationskampagnen konkurriert. Fehlinformationen verbreiten sich oft viel schneller als Korrekturen durch die Community.

Wer ist Robby Starbuck, ernannter Berater bei Meta?

Robby Starbuck ist ein amerikanischer konservativer politischer Aktivist und Medienpersönlichkeit. Er wurde bekannt für seinen Widerstand gegen Diversitätsinitiativen von Unternehmen und bestritt öffentlich den wissenschaftlichen Konsens über den vom Menschen verursachten Klimawandel.