Nach fast vier Jahren der Ermittlungen versetzte die Operation „Sonnenblume“ einer kriminellen Organisation, die einem regelrechten Betrugsmulti ähnelte, einen tödlichen Schlag. Die niederländischen Behörden kündigten in enger Zusammenarbeit mit ihren belgischen Kollegen die Neutralisierung dieser weitläufigen Struktur an. Sie wird verdächtigt, Zehntausende Menschen auf der ganzen Welt betrogen zu haben, wobei der monatliche Gewinn auf mehr als 100 Millionen Euro geschätzt wird.. Als entscheidend für diesen Erfolg hat sich die internationale Zusammenarbeit erwiesen.

Wie gelang es Betrügern, ihre Opfer zu täuschen?

Der Betriebsablauf war besonders gut etabliert. Die Organisation verfügte über rund 20 Callcenter und beschäftigte mehr als 700 Mitarbeiter, die sich als Finanzberater ausgaben oder Account Manager. Jedes Team spezialisierte sich auf ein bestimmtes geografisches Gebiet und passte seine Sprach- und Manipulationstechniken an, um seine Ziele besser zu fangen.

Kriminelle haben ein Vertrauensverhältnis aufgebaut über mehrere Wochen, sogar Monate, mit fast täglichem Kontakt. Sobald das Opfer süchtig war, wurde es zu einer gefälschten Kryptowährungs-Handelsplattform weitergeleitet. Falsche Dashboards, die riesige Gewinne anzeigten, ermutigten ihn, immer mehr zu investieren, obwohl das Geld in Wirklichkeit direkt veruntreut wurde.

Wie hoch war der finanzielle Schaden?

Die von den Ermittlern vorgelegten Zahlen sind schwindelerregend. Da dieses Netzwerk seit mindestens 2021 aktiv ist, hätte es immense Verluste verursacht. Allein in den Niederlanden wurden fast 550 Beschwerden registriert, was einem Gesamtschaden von rund 25 Millionen Euro entspricht.. In Belgien wurden fast 200 Meldungen von den Behörden registriert.

Die meisten Opfer verloren durchschnittlich mehr als 10.000 Euro, einige mussten jedoch mit ansehen, wie ihre Ersparnisse verloren gingen. Die Finanzermittlungen sind noch im Gange, um zu versuchen, die Vermögenswerte einzufrieren und zu beschlagnahmen unrechtmäßig erworben. Dieser Fall verdeutlicht einmal mehr das Ausmaß der Cyberkriminalität ist eine Geißel, die weltweit erhebliche Schäden anrichtet.

Hacker-Cyberangriff

Wer stand hinter dieser Organisation?

Eine sorgfältige Analyse der Finanzströme und IP-Adressen ermöglichte es den Ermittlern, den mutmaßlichen Drahtzieher dieses kriminellen Netzwerks ausfindig zu machen. Er ist ein 46-jähriger Mann mit israelisch-polnischer Doppelstaatsangehörigkeit. Dieser Hacker war nicht unbekannt Polizeidienste, die bereits wegen Hackerangriffen auf Regierungsorganisationen strafrechtlich verfolgt wurden. Sein technisches Fachwissen trug dazu bei, eine widerstandsfähige Infrastruktur zu schaffen, die darauf ausgelegt war, den Behörden über Jahre hinweg zu entgehen.

Der Verdächtige wurde im Mai nach seiner Rückkehr aus Dubai auf einem Flughafen in Polen festgenommen und anschließend an die Niederlande ausgeliefert. Dabei wurden mehrere seiner Komplizen niederländischer und belgischer Staatsangehörigkeit in Zypern, Griechenland und Belgien festgenommen und so die Einsatzzellen aufgelöst der Gruppe in Europa.

Quelle :
Niederländische Polizei