Es ist eine Ankündigung, die während der Computex etwas unter dem Radar blieb, aber nun endlich Gestalt annimmt. Die Giganten ASUS und MSI führen derzeit BIOS-Updates durchbasierend auf der neuen AGESA-Version 1.3.0.1b, für ihre Motherboards, die mit Chipsätzen der 600er-Serie ausgestattet sind (wie das X670E und B650). Das Ziel? Machen Sie diese bereits am Markt etablierten Plattformen kompatibel mit der berühmten AMD EXPO Ultra Low Latency (ULL)-Technologie, die bisher als Vorteil der neuen Karten der 800er-Serie angesehen wurde.

Was bringt dieses Update den Spielern konkret?

Auf dem Papier ist das Versprechen attraktiv. AMD kündigt einen Leistungszuwachs an bis zu 4 % in Spielen für Nicht-X3D-Prozessoren. Eine Falle, mögen manche sagen, aber für Puristen ist es ein erheblicher Bonus. Bei dieser Technologie handelt es sich um eine Form der Speicheroptimierung Advance, der die sekundären Timings des RAM drastisch verschärft, weit über die klassischen EXPO-Profile hinaus.

Kurz gesagt, es reduziert die Speicherlatenzdieser berühmte Engpass, der dazu führt, dass Ihr übermächtiger Prozessor seine Zeit damit verbringt, auf Daten zu warten. Dies ähnelt ein wenig dem 3D-V-Cache von „X3D“-Prozessoren, allerdings auf Software- und Hardware-Art. Die Idee besteht darin, zu kodifizieren, was erfahrene Übertakter bereits manuell gemacht haben, und es mit einem Klick im BIOS zugänglich zu machen.

Sollten wir uns auf diese neue Technologie stürzen?

Aktivierung von EXPO Ultra Low Latency ist nicht nur ein einfaches Software-Update. Um davon zu profitieren, müssen Sie über speziell ULL-zertifizierte DDR5-RAM-Sticks verfügen. Die Einstellungen liegen nicht im Mainboard-BIOS, sondern werden direkt in den Speicher SPD geschrieben (Serial Presence Detect), der kleine physische Chip, der die Modulinformationen enthält. Sie können Ihren aktuellen RAM also nicht aktualisieren.

Das Upgrade ist daher nicht wirklich kostenlos. Um ein neues Speicherkit zu kaufen, müssen Sie zur Kasse gehen, da die Preise für DDR5 ohnehin schon besonders niedrig sind. Hier reißt der Lack ein wenig. Reicht der Gewinn von 4 % aus, um eine solche Investition zu rechtfertigen? Für die Mehrheit der Benutzer lautet die Antwort wahrscheinlich nein. Für Enthusiasten, die nach der geringsten Optimierung suchen, stellt sich die Frage.

Sind alle Hersteller auf dem gleichen Niveau?

Nein, und das ist ein Punkt der Wachsamkeit. ASUS und MSI waren am schnellsten zu gewinnen und boten Beta-BIOS für eine große Auswahl ihrer AMD-Motherboards an High-End, einschließlich ROG Strix, Crosshair und MEG X670E. Gigabyte hält Schritt und hat auch mit der Aktualisierung seiner X670- und B650-Karten begonnen. Es ist eine gute Dynamik.

EXPO ULL_01

Bei ASRock ist die Lage hingegen unübersichtlicherderen neueste Updates die ULL-Unterstützung nicht explizit erwähnen und auf einer etwas älteren AGESA-Version basieren. Daher ist die Bereitstellung deutlich fragmentiert und es muss von Fall zu Fall geprüft werden, ob das Update für sein spezifisches Modell verfügbar ist, bevor man von zusätzlichen FPS träumt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist AMD EXPO Ultra Low Latency (ULL)?

Es handelt sich um eine Erweiterung der EXPO-Technologie von AMD, die eine automatische Übertaktung des DDR5-Speichers mit viel engeren Timings als normal ermöglicht. Das Ziel besteht darin, die Latenz zu reduzieren, um die Leistung im Spiel zu verbessern, insbesondere auf Prozessoren, die nicht über 3D-V-Cache verfügen.

Ist dieses Update völlig kostenlos?

Nein. Obwohl die Aktualisierung des Motherboard-BIOS kostenlos ist, funktioniert die EXPO ULL-Technologie nur mit neuen, speziell zertifizierten RAM-Sticks. Sie müssen daher ein neues kompatibles Speicherkit erwerben, um die Funktionalität aktivieren zu können.

Ist diese Technologie mit einem Ryzen X3D-Prozessor sinnvoll?

Viel weniger. AMD-Prozessoren mit 3D-V-Cache-Technologie (wie der Ryzen 7 9800X3D) verfügen bereits über sehr viel L3-Cache, was ihre Abhängigkeit von der RAM-Latenz massiv reduziert. Der Leistungsgewinn durch EXPO ULL wird daher auf diesen Chips marginal sein.