Die Europäische Kommission übermittelt TikTok vorläufige Erkenntnisse zu mutmaßlichen Verstößen gegen den Digital Services Act (DSA) und angeblichen Lücken beim Schutz minderjähriger Nutzer. Die standardmäßigen Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen der App sollen den Anforderungen nicht genügen.

Die Kritik der Europäischen Kommission

Brüssel macht vor allem die Leichtigkeit verantwortlich, mit der Jugendliche ihre Konten auf den öffentlichen Modus umstellen können. Obwohl TikTok die Konten von 13- bis 15-Jährigen standardmäßig als private Konten konfiguriert, wird diese Maßnahme als unzureichend und zu einfach zu umgehen angesehen..

Auch bei privaten Konten betont die Europäische Kommission, dass Profile über das Abonnement und die Abonnentenlisten anderer Nutzer auffindbar bleiben und Profilfotos für jedermann zugänglich bleibenauch für Personen ohne TikTok-Konto.

Ein weiterer Knackpunkt betrifft die Hervorhebung von Inhalten, die von Minderjährigen, einschließlich Personen im Alter von 16 bis 17 Jahren, im Haupt-Newsfeed von „For You“ gepostet wurden. „.

Diese algorithmische Offenlegung kann zu unerwünschten Kontakten potenzieller Angreifer führen und erhöht das Risiko, dass Inhalte für Cyberbelästigung missbraucht werden.

Es wird ein höherer Schutz gefordert

Die Europäische Kommission verlangt, dass die Konten von Minderjährigen standardmäßig privat sind und dass ihre Inhalte nur für Benutzer sichtbar sind, denen der Teenager zugestimmt hat.

Sie besteht außerdem darauf, dass von Minderjährigen erstellte Inhalte im „For You“-Feed in keiner Weise empfohlen werden und außerhalb der Plattform nicht zugänglich sind.

TikTok hat jetzt die Möglichkeit zu reagieren zu diesen vorläufigen Schlussfolgerungen. Sollten sich die Verstöße bestätigen und die Plattform keine zufriedenstellenden Korrekturmaßnahmen ergreifen, riskiert TikTok eine Geldstrafe von bis zu 6 % seines jährlichen und weltweiten Umsatzes.

Eine lange Geschichte zwischen TikTok und der DSA

Der Teil zum Jugendschutz ist nur ein Teil einer Gesamtuntersuchung, die im Februar 2024 eingeleitet wurde. Die Europäische Kommission prüft auch andere Aspekte des Antrags, etwa seine Empfehlungsmechanismen und sein potenziell suchterzeugendes Design. Die EU hat bereits vorläufige Schlussfolgerungen zu diesen Suchtaspekten herausgegeben Anfang dieses Jahres.

Ein TikTok-Sprecher sagt (AFP), dass das Unternehmen „ teilt das Ziel, Minderjährige im Internet zu schützen “ und wird weiterhin konstruktiv mit der Europäischen Kommission zusammenarbeiten. Die Plattform erinnert daran, dass sie bereits mehr als 50 Sicherheitsmaßnahmen standardmäßig für Jugendkonten implementiert hat.