Neu-Delhi hat gerade einen schweren Schlag erlitten. Die indische Regierung hat an diesem Mittwoch umfangreiche Anreizpläne vorgestellt und damit Milliarden von Dollar mobilisiert um seine Smartphone-Produktion voranzutreiben und den Halbleitersektor stärken. Die Ankündigungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem Indien versucht, aus seinen jüngsten Erfolgen, einschließlich der Montage von iPhones für Apple, Kapital zu schlagen und einen größeren Teil der globalen Elektroniklieferkette aus China zu verlagern. Es handelt sich um eine ehrgeizige strategische Offensive mit dem Ziel, die globale Technologielandschaft für die nächsten fünf Jahre neu zu definieren.
Warum investiert Indien stark in die Herstellung von Smartphones und Chips?
Indien Mach keine Witze mehr. Mit einem Programm namens „Mobile Phone Manufacturing Scheme“ werden über fünf Jahre 625 Milliarden Rupien (rund 6,5 Milliarden US-Dollar) verteilt. Smartphone-Hersteller erhalten Anreize zwischen 2,25 % und 5 % auf berechtigte Verkäufe, mit einem Bonus von 1,5 %, wenn sie Schlüsselkomponenten vor Ort beziehen. Gleichzeitig investiert Neu-Delhi weitere 1.280 Milliarden Rupien (rund 13,3 Milliarden US-Dollar), um seine Halbleiterproduktion anzukurbelnund erweitert damit ein bereits seit 2021 bestehendes Programm.
Es ist kein plötzlicher Impuls. Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich Indien zu einem wichtigen Zentrum für die Smartphone-Montage entwickelt. Apple, Samsung und sogar chinesische Marken wie Xiaomi, Oppo und Vivo haben bereits einen Teil ihrer Produktion dorthin verlagert. Apple beispielsweise fertigt inzwischen rund 25 % seiner iPhones im Land über Partner wie Foxconn und die indische Tata Group. Die Strategie ist klar: Entwicklung der Smartphone-Fertigung und die Abhängigkeit von China verringern, ein Ziel, das viele Technologiegiganten teilen.
Wie will Indien in den gehobenen Markt vordringen und vor Ort Mehrwert schaffen?
Der Plan geht weit über das bloße „Zusammenbauen“ hinaus. Wie Navkendar Singh von IDC erklärt, strebt Indien nun nach „Tiefe, Forschung und Entwicklung und lokaler Wertschöpfung“.„Bislang hat sich das Land in der Endmontage hervorgetan, ist aber weiterhin von importierten Komponenten abhängig. Die neuen Anreize, die bis März 2031 laufen, sehen einen Bonus von 3 % auf berechtigte Verkäufe für Produktdesign vor und Forschung, insbesondere zur Entwicklung indischer Marken. Die Idee besteht darin, lokale Spieler wie Micromax, Karbonn oder Lava zu unterstützen, die gegenüber den chinesischen Giganten an Boden verloren haben.
Diese Investitionen Riesige Netzwerke beschränken sich nicht nur auf die Anziehung von Marken. Indien möchte ein vollständiges Ökosystem aufbauen. Dazu gehören die Unterstützung von Lieferantennetzwerken, technisches Fachwissen und Fertigungs-Know-how, die zur Stärkung der Rolle des Unternehmens in globalen Lieferketten erforderlich sind. Für Tarun Pathak von Counterpoint Research könnte diese Lokalisierung langfristige Vorteile bieten, insbesondere da eine schwächere indische Rupie Importe teurer macht. Das erklärte Ziel: Indien soll 35 bis 40 Prozent der weltweiten Telefonproduktion ausmachen Mobile.

Ist es realistisch, in diesem hart umkämpften Sektor mit China zu konkurrieren?
Im Jahr 2025, China machte immer noch 63 % der Weltproduktion aus der Smartphones, verglichen mit 18 % in Indien. Die Lücke ist enorm und unterstreicht das Ausmaß des Produktions- und Zulieferer-Ökosystems, das Neu-Delhi aufzubauen versucht. Aber die Entschlossenheit ist da. Die kürzliche Genehmigung eines Joint Ventures zwischen dem chinesischen Unternehmen Vivo und dem indischen Unternehmen Dixon Technologies sowie die Abschaffung der Einfuhrzölle auf bestimmte Komponenten zeigen den starken politischen Willen, die lokale Produktion anzukurbeln.
Indien hat bewiesen, dass es einen wachsenden Anteil der Smartphone-Hersteller anziehen kann am Beispiel von Apple. Die Frage ist nun, ob Anbieter, Technologie und Produktion mit höherer Wertschöpfung folgen werden. Es ist natürlich eine riskante Wette, aber der Ehrgeiz ist immens und die Strategie ist ganz klar: sich als ernsthafte Alternative, ja sogar als Hauptkonkurrent, zur Werkstatt der heutigen Welt zu etablieren. Die Tech-Welt hat diese strategische Herausforderung im Blick.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel investiert Indien in diese Programme?
Indien stellt 625 Milliarden Rupien (ca. 6,5 Milliarden US-Dollar) für die Smartphone-Herstellung und 1,28 Billionen Rupien (ca. 13,3 Milliarden US-Dollar) für Halbleiter bereit. Dies entspricht einer Gesamtinvestition von fast 20 Milliarden US-Dollar über fünf Jahre.
Was ist das Hauptziel Indiens mit diesen neuen Initiativen?
Das Hauptziel besteht darin, die Abhängigkeit von China zu verringern, indem ein erheblicher Teil der globalen Elektroniklieferkette nach Indien verlagert wird. Es geht auch darum, eine lokale Industrie zu entwickeln, von der Forschung und Entwicklung bis zur Komponentenproduktion, um mehr Wert zu schaffen und Arbeitsplätze zu schaffen.
Was sind die größten Herausforderungen für Indien und China?
Die große Herausforderung liegt in der derzeit enormen Produktionslücke: China dominiert den Weltmarkt immer noch weitgehend. Indien muss ein umfassendes Ökosystem von Zulieferern und Fachwissen aufbauen, das weit über die Montage hinausgeht, um mit der etablierten chinesischen Halbleiterfertigung konkurrieren zu können.