Eine Aktion der niederländischen Polizei und des NCSC (National Cyber Security Center) führte dazu, dass ein Botnetz offline genommen wurde. Die Untersuchung ergab eine Infrastruktur, die auf mehr als 200 Servern in den Niederlanden basiert, um ein Netzwerk von mindestens 17 Millionen kompromittierten Geräten zu steuern.
Die kompromittierten Geräte wurden zur Durchführung verschiedener Cyberangriffe verwendet, beispielsweise DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service) oder Kryptowährungs-Mining.
Ein angeblicher Link zum Asocks-Proxy-Dienst
Obwohl die Behörden das Botnetz nicht offiziell benannt haben, deuten mehrere Berichte auf einen Dienst namens Asocks hin.
Präsentiert sich als universeller Proxy-DienstAsocks bot monatliche Abonnements für den Zugriff auf Millionen privater und mobiler IP-Adressen an. Diese Proxy-Dienste für Privatpersonen können legitimen Zwecken dienen, unter anderem zur Umgehung geografischer Beschränkungen.
Allerdings ist das Ökosystem oft undurchsichtig und lockt Cyberkriminelle an, die es ausnutzen, um den Ursprung ihres bösartigen Datenverkehrs zu verbergen. Es wurden bereits Verbindungen zwischen Asocks und der PROXYLIB-Bibliothek aufgezeigt, die zur Registrierung von Geräten in Proxy-Netzwerken verwendet wird.
Wie wurden Millionen von Geräten infiziert?
Laut NCSC können Geräte Teil eines Botnetzes werden, wenn sie für böswillige Akteure zugänglich sind.
Sobald der Zugriff erfolgt ist, installieren Angreifer eine Schadsoftware, die es ermöglicht, das Gerät fernzusteuern und in das cyberkriminelle Netzwerk einzubinden. Opfer sind häufig Besitzer von Consumer-Geräten wie schlecht gesicherte Router, Smartphones oder vernetzte Objekte (IoT).
Das Vorgehen der niederländischen Behörden bestätigt, dass die Besitzer der 17 Millionen Geräte der Teilnahme an diesen Operationen nicht zugestimmt hatten. Die Infektion wird häufig über Anwendungen verbreitet, die von inoffiziellen Quellen heruntergeladen wurden, oder über Geräte, die noch immer Standardkennwörter verwenden.