Die
EOS 20D ist nicht nur kompakter und leichter als ihre Vorgängerin, auch die inneren Werte wurden verbessert.
Das wird buchstäblich „kurz“ nach dem Einschalten
klar: In nur 0,2 Sekunden ist die EOS 20D aufnahmebereit. Die
Auslöseverzögerung von 65 Millisekunden liegt auf
Profi-Niveau. Verantwortlich für den schnellen Antritt
ist in erster Linie der neue DIGIC II Prozessor, der auch bei
der professionellen EOS 1D Mark II zum Einsatz kommt.
Die erweiterte Puffergröße des DIGIC-Prozessors
der zweiten Generation macht eine Serienbildgeschwindigkeit
von 23 Bildern in Folge bei bis zu 5 Bildern pro Sekunde möglich
und übertrifft die EOS 10D um fast das Doppelte. JPEG-
und RAW-Dateien können dabei simultan aufgezeichnet werden,
besonders komfortabel ist jetzt die Auswahl, mit welchen Optionen
JPEG und RAW aufgezeichnet werden sollen.
Erweiterter Sensor
Der neue 8,2-Megapixel-CMOS-Sensor wurde für die neue
EOS 20D auf Maß geschneidert. Neben seiner hohen Auflösung
bietet der Sensor einen Empfindlichkeitsbereich von ISO 100–1600,
der in der „H“-Einstellung sogar auf ISO 3200 "gepusht" werden
kann.
Zwar hat der neue CMOS-Sensor die gleichen Dimension wie sein
Vorgänger, wegen der um rund 30 Prozent höherem Auflösung
ist die Fläche der einzelnen Fotodioden jedoch kleiner.
Verbesserte Hochleistungs-Mikrolinsen über jeder Fotodiode
tragen dazu bei, trotz kleinerer Dioden-Fläche ein ausgezeichnetes
Signal-Rausch-Verhältnis zu erreichen. Denn die neuen
Mikrolinsen erhöhen den Wirkungsgrad des auftreffenden
Lichts und steigern so die ISO-Leistung und Bildqualität.
Zusätzlich optimiert ein neuer Schaltkreis die Rauschunterdrückung:
Er verstärkt das Signal der Fotodioden und unterdrückt
dabei wirkungsvoll störende Effekte wie weißes Rauschen
und Pixelrastereffekte. Ein dreischichtiger optischer Tiefpassfilter
reduziert zusätzlich Farbverfälschungen.
Besonders komfortabel lässt sich nun der Weißpunkt
den individuellen Vorlieben und dem Stil anpassen. Ausgehend
vom über Lichtart (Tageslicht, Kunstlicht etc.) festgelegten
Weißpunkt kann der Fotograf diesen Weißpunkt in
einem Extra-Menü mit dem Jog-Dial in den Richtung Rot-Grün
und Blau-Gelb anpassen.
Eine Bracketing-Funktion berechnet auf Wunsch bei der Aufnahme
sogar mehrere Farbvarianten.
Superschneller Autofokus mit neun Messpunkten
Entscheidende Vorteile beim praktischen Einsatz bringt vor
allem auch das neue Autofokus-System. Die 9 rautenförmig
um die Bildmitte angeordneten Autofokuspunkte decken einen
größeren Bildbereich ab als das AF-System der
EOS 10D, vor allem aber ist der Autofokus erheblich schneller
geworden. Bei der Anwendung von Objektiven mit einer Blendenöffnung
von 1:2,8 oder höher kann der zentrale Fokuspunkt alternativ
als kreuzförmiger AF-Sensorbereich gewählt werden.
Die Auswahl der Sensorpunkte erfolgt alternativ mit dem großen
EOS-Wählrad oder dem neuen Multifunktions-Wahlschalter
auf der Rückseite der Kamera.
Neue
EF-S Objektive – maßgeschneidert für
den neuen Sensor
Der neu entwickelte 8,2-Megapixel-CMOS-Sensor im „APS-Format“ von
22,0 x 16,5 mm sorgt für eine effektive Verlängerung
der Brennweite um den Faktor 1,6. Die Einführung der Kamera
wird mit den zwei neuen EF-S Objektiven 17–85 mm 1:4,0–5,6
IS USM, erhältlich ab September, und 10–22 mm 1:3,5–4,5
USM, erhältlich ab November, ergänzt. Sie ermöglichen
dem Fotografen einen Brennweitenbereich von 16–35 mm
bzw. 5fachen Brennweitenbereich von 28–135 mm (jeweils äquivalent
Kleinbild).
Die Qualität der neuen Objektive unter Einbeziehung von
Ultraschallmotoren kommt den Anforderungen an ein semi-professionelles
Kamerasystem nach. Die EOS 20D ist mit insgesamt über
50 Canon EF Objektiven kompatibel, einschließlich Canons
neuen EF-S Objektiven.
Die neuen Canon EF-S Objektive können ausschließlich
mit der EOS 20D und der EOS 300D verwendet werden.
E-TTL II: Entfernungsgekoppelte Blitzsteuerung
Für noch bessere Ergebnisse bei der Verwendung des internen
Blitzes und der externen Canon Speedlite-Blitzgeräte ist
die EOS 20D mit der entfernungsgekoppelten E-TTL II Blitzmessung
ausgestattet. E-TTL II bezieht bei der Berechnung der Blitzleistung
zusätzliche Faktoren wie die Entfernungseinstellung des
Objektivs in die Umgebungslichtmessung ein und verfügt über
eine Erkennung für reflektierende Objekte. Auf diese Weise
wird die Qualität bei Blitzaufnahmen vor allem in kritischen
Situationen verbessert. Die EOS 20D ist mit der gesamten EX-Serie
der Speedlite Blitzreihe kompatibel, darunter auch das neue
Canon Speedlite 580EX. Der Reflektor des neuen Topmodells der
Speedlite-Serie fährt nach dem Anschluss an die EOS 20D
automatisch in die Position, die im Zusammenspiel mit der Sensorgröße
der EOS 20D die optimale Ausleuchtung des Bildkreises gewährleistet.
Für eine noch stabilere Farbwiedergabe beim Blitzen übermittelt
das Speedlite 580 EX Informationen zur Farbtemperatur an die
Kamera. So ist auch bei unterschiedlichen Blitzleistungen eine
einheitliche Farbe gewährleistet.
Der integrierte Blitz der EOS 20D klappt höher aus als
bei der EOS 10D und reduziert so die Gefahr roter „Blitzaugen“.
Ausgefeilte
Schwarzweiß-Funktionen
Ein Grund für viele Amateurfotografen und Profis, weiter
mit analoger Fototechnik zu arbeiten, waren bislang die vielen
kreativen Möglichkeiten der Schwarzweißfotografie.
Hier macht die EOS 20D einen entscheidenden Schritt nach vorne.
Denn sie besitzt als erste Canon Spiegelreflexkamera einen
vielseitigen Monochrom-Modus mit dem Schwarzweißaufnahmen
mit ähnlichen Optionen wie bei der analogen Fotografie
möglich sind.
Besonders erwähnenswert sind dabei Aufnahmefiltersimulationen
für die Filterfarben Gelb, Orange, Rot und Grün.
Diese können digital in fast der gleichen Weise eingesetzt
werden, wie es fortgeschrittene Schwarzweißfotografen
mit Schwarzweißfilmen tun. So entstehen mit einer Rotfilterung
beispielsweise besonders dramatische Wolkeneffekte, der Grünfilter
sorgt bei Schwarzweißportraits für eine angenehmere
Hauttonwiedergabe. Eine Spezialität der analogen Schwarzweißverarbeitung
in der Dunkelkammer sind Tonungsverfahren. Diese Effekte stehen
dem EOS 20D Fotografen nun schon in der Kamera zur Verfügung
und zwar - ganz ohne Chemie - für Tönungen in den
Farben Sepia, Blau, Violett und Grün.
Die schwarzweißen Bilddateien werden als RGB-Datei gespeichert,
so dass dem Fotografen bei einer weiteren Bearbeitung am PC
alle Optionen offen stehen.
USB
2.0: Hi-Speed für die Datenübertragung zum PC
Die EOS 20D ist als erste digitale Canon Spiegelreflexkamera
mit der schnellen USB 2.0 Hi-Speed Schnittstelle ausgestattet.
USB 2.0 Hi-Speed ist rund 40mal schneller als USB 1.1. So
beschleunigt sich zum einen die Übertragung der Daten
von der CF-Speicherkarte zum PC bzw. Mac beim Download ,
zum anderen kann die EOS 20D nun auch komfortabel im Fotostudioumgebung
im Zusammenspiel mit einem PC genutzt werden, z.B. in Portraitstudios.
Die Fotos werden dabei unmittelbar nach der Aufnahme zum
PC übertragen direkt auf der Festplatte gespeichert.
Voraussetzung für die schnelle Datenübertragung
ist, dass die USB-Schnittstelle des Rechners den USB 2.0
Standard unterstützt, ansonsten erfolgt die Übertragung
nur mit USB 1.1 Geschwindigkeit.
Die EOS 20D unterstützt via USB auch die Direct Print
Funktion: im Zusammenspiel mit Fotodruckern, die den herstellerübergreifenden
PictBridge Standard unterstützen, können die Bilder
in der Kamera ohne den Umweg über einen Computer geprintet
werden.
Für die Bildpräsentation via Videobeamer oder TV-Gerät
verfügt die Kamera über eine Video-out Schnittstelle.
Die EOS 20D speichert die Dateien auf CompactFlash Karten vom
Typ I und Typ II Karten; auch Microdrives und Speicherkarten
mit Kapazitäten über 2 Gigabyte sind verwendbar.
Optionaler
Powergriff für Akkus und Batterien
Der optional als Zubehör erhältliche Batteriegriff
BG-E2 bietet Platz für zwei leistungsfähige Lithium-Ionen-Akkus
und erlaubt damit bis zu 2000 Aufnahmen. Besteht nicht die
Möglichkeit, leere Akkus aufzuladen, kann der neue Batteriegriff
alternativ mit sechs Mignon (AA) Batterien bestückt werden.
Zu beachten ist hierbei, dass die Leistung im Vergleich zu
Akkus geringer und damit die Anzahl möglicher Aufnahmen
reduziert ist. Das erforderliche Batteriemagazin ist im Lieferumfang
des Batteriegriffs enthalten. Der BG-E2 verfügt über
einen zusätzlichen Hochformatauslöser sowie über
ein Hauptwählrad für die AF-Punkt-Wahl im Hochformat
und AE/AF-Speichertasten für Fokus und Belichtung.
Neue
Software für die effiziente RAW-Verarbeitung
Die neue Bildbearbeitungssoftware Digital Photo Professional
v1.1 ermöglicht die schnelle Verarbeitung verlustfreier
RAW-Dateien. Die Verarbeitung mit Digital Photo Professional
dabei bis zu rund 6mal schneller als mit dem FileViewer Utility.
Die neue RAW-Software ermöglicht dabei die Echtzeit-Wiedergabe
und sofortige Anpassung der bearbeiteten Bilder und enthält
zudem umfassende Bildbearbeitungsfunktionen, unter anderem
für Weißabgleich und Farbquerfehler, Digital Photo
Professional Anwendung unterstützt sRGB, Adobe RGB und
Wide Gamut RGB Farbräume und ist ICC-kompatibel. RAW-Dateien,
die in TIFF- oder JPEG-Formate umgewandelt werden, kann nach
der Umwandlung ein kameraspezifisches ICC-Profil angehängt
werden. Auf diese Weise wird die Farbwiedergabe in Softwareanwendungen,
die ICC Profile unterstützen, optimiert. Die Stapelverarbeitung
(Batch-Funktion) steigert die Produktivität erheblich,
denn sie erlaubt das automatische Abarbeiten mehrerer Dateien
mit gleichen Konvertierungseinstellungen.
Die Canons EOS Solution Disk 8.0 enthält außer Digital
Photo Professional die Softwareprogramme EOS Viewer Utility
1.1, EOS Capture v1.1 und PhotoStitch 3.1. Adobe Photoshop
Elements 2.0 liegt als leistungsfähige Bildbearbeitungssoftware
bei.
Optionales Software-Kit stellt Echtheit der Bilder fest
Die EOS 20D ist mit der optional als Zubehör erhältlichen
DVK-E2 Software (Data Verification Kit) kompatibel. Mit der
Software kann die Echtheit der aufgenommenen Bilder belegt
werden.
Vor allem Versicherungen nutzen diese Möglichkeit, aber
auch im Nachrichtenjournalismus und bei der Polizeiarbeit ist
es oft notwendig nachzuweisen, dass Bilder nicht nachträglich
manipuliert wurden.
Erhältlich im Handel ab Mitte September 2004